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Parasitose
Informationen zu Würmer, Viren, Bakterien und Parasiten

Organismen die sich andauernd oder vorübergehend auf einem oder in einem anderen Lebewesen (der sogenannte Wirt) befinden, nennt man Parasiten. Beim Menschen können diese Parasiten Krankheitserreger wie Bakterien und Viren übertragen sowie unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen.

In der Regel entziehen die Parasiten dem Wirt die Nahrung die er zum überleben braucht und leben so auf dessen Kosten. Das Wort Parasit leitet sich vom griechischen Wort parasitos und bedeutet Schmarotzer oder Mitesser und macht daher diese Eigenschaft deutlich. Der Wirt verliert durch das Agieren des Parasiten in ihm an Lebenserwartung und Vitalität.

Den Menschen können viele unterschiedliche Parasiten befallen. Davon kann man drei Gruppen grob unterscheiden:

  • Einzeller (Protozoen) wie zum Beispiel: Trichomonas vaginalis, Leishmania donovani
  • Würmer (Helminthen) wie zum Beispiel: Spulwurm (Ascaris lumbricoides),  Schweinebandwurm (Taenia solium)
  • Arthropoden (Gliederfüßler) wie zum Beispiel: Zecken, Läuse, Flöhe und Mücken

Ansiedeln kann sich ein Parasit an unterschiedlichsten Bereichen des menschlichen Körpers:

  • Innerhalb des Körpers: zum Beispiel Würmer halten sich im Gewebe, im Blut oder im Darm des Wirts auf.  Diese Parasiten nennt man Endoparasiten (Innenparasiten).
  • Auf der Körperoberfläche: zum Beispiel Flöhe, Zecken, Milben, Läuse, Mücken oder Wanzen. Das sind die sogenannten Ektoparasiten (Außenparasiten).  Diese Parasiten können Infektionserreger in sich tragen, die sie auf den Menschen übertragen oder auch selbst Krankheiten verursachen.

Überleben können Parasiten, da sie sich an unterschiedliche Umweltbedingungen und Wirtsbedingungen sehr gut anpassen. Der Wirt ist in der Regel größer als der Parasit selbst. Unterschieden wird zwischen dem Endwirt (definitiver Wirt),  dort kommt es auf oder im Wirt zur geschlechtlichen (sexuellen) Vermehrung des Parasiten. Und dem Zwischenwirt, wo sich der Parasit auf oder im Wirt gar nicht vermehrt oder nur ungeschlechtlich (asexuell) vermehrt.

Von stationären Parasiten spricht man, wenn diese sich ein Leben lang auf oder im Körper des Wirts befinden. Dies schaffen die Parasiten durch verschiedene Mechanismen, wie zum Beispiel sich mit Antigenen des Wirts zu umgeben, sodass sie vom Immunsystem des Wirts nicht als Fremdkörper erkannt werden. Um sich zu ernähren halten sich dagegen die temporäre Parasiten nur für kurze Zeit im Wirt auf. Sie verlassen den Wirt anschließend wieder.

Auf der ganzen Welt sind die Parasiten verteilt, sie kommen aber von Norden nach Süden häufiger vor. Eine deutlich größere Artenvielfalt und Menge an Parasiten gibt es in den subtropischen Klimazonen und tropischen Klimazonen. Hier sind die häufig mangelnde Gesundheitsvorsorge und die mangelnde Hygiene sowie die günstigen Temperaturen für Parasiten die Ursache dafür.

 

Parasitose: Krank durch Parasiten

Ob Einzeller oder Wurm: Zahlreiche Krankheiten können die Parasiten beim Menschen auslösen. Eine Krankheit die durch Parasiten hervorgerufen wird, nennt man Parasitose. Die durch den Stich der Anophelesmücke hervorgerufene Tropenkrankheit Malaria ist die bekannteste Parasitose. Hierbei gelangen einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium in den menschlichen Körper.

Das klinische Bild einer Parasitose kann je nach übertragenem Erreger der Parasiten beziehungsweise ja nachdem um welchen Parasiten es sich handelt, stark variieren.
Verschiedene Beispiele für Parasitosen sind:

  • Trichomoniasis (Trichomonaden-Infektion): Die einzelligen Erreger der Art Trichomonas vaginalis kommen weltweit vor und werden durch Geschlechtsverkehr übertragen.
  • amerikanische Trypanosomiasis (Chagas-Krankheit): Durch Raubwanzen, die durch ihren Kot die krankheitsauslösenden Einzeller-Parasiten Trypanosomen der Art Trypanosoma cruzi übertragen, wird diese Krankheit hervorgerufen.
  • Leishmaniose (kutane Leishmaniose, viszerale Leishmaniose): Die durch einen Mückenstich übertragenen Erreger sind Einzeller (Protozoen) der Gattung Leishmania.
  • Schistosomiasis (Bilharziose): Durch bestimmte Saugwürmer, die sogenannten Schistosomen oder Pärchenegel, wird diese in den Subtropen und Tropen verbreitete Krankheit übertragen. Die Saugwürmer gelangen durch den Kontakt mit Schistosomen-verunreinigtem Wasser in den menschlichen Körper.
  • Schlafkrankheit (afrikanische Trypanosomiasis): Die in den tropischen Regionen Afrikas vorkommende Schlafkrankheit wird durch den Stich der Tsetsefliege übertragen. Hierbei gelangen die Parasiten Trypanosomen der Art Trypanosoma brucei in den Wirt.
  • Bandwurm-Infektion: Eingekapselte Wurmvorstufen (Finnen) können im als Zwischenwirt dienendem Rind enthalten sein, die bei nur ungenügend erhitztem oder rohem Rindfleisch zur einer Rinderbandwurm-Infektion führen können. Mit anderen Zwischenwirten vorkommende Bandwürmer sind etwa der Schweinebandwurm oder der Fischbandwurm.
  • Toxoplasmose: Der in Katzen als Endwirt vorkommende Einzeller Toxoplasma gondii nutzt als Zwischenwirte Vögel und Säugetiere.

Bakterien und Viren können darüber hinaus auch von Ektoparasiten wie etwa Flöhe, Milben oder Läuse übertragen werden und somit weitere Krankheiten auslösen:

  • Borreliose (Lyme-Borreliose): Die in Nordamerika und in großen Teilen Europas vorkommende Infektionskrankheit Borreliose wird durch Zecken übertragen. Hierbei sind bestimmte Bakterien, die sogenannten Borrelien die Auslöser.
  • Tsutsugamushi-Fieber (japanisches Fleckfieber): Die Bakterien der Gattung Rickettsia werden über Milben verbreitet und lösen die Erkrankung aus. Vor allem in Nordaustralien, Ozeanien, Südostasien und Ostasien ist das Tsutsugamushi-Fieber verbreitet.
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Die Infektionserkrankung wird durch FSME-Viren verursacht die meist durch einen Zeckenbiss in den Körper gelangen. Bis zu 5 Prozent aller Zecken in Deutschland sind mit dem FSME-Virus infiziert. Wobei aber nicht jeder Stich einer infizierten Zecke auch die Erkrankung auslöst.
  • Fleckfieber: Das in Deutschland sehr seltene Fleckfieber wird durch eine Infektion mit dem Bakterium Rickettsia prowazekii ausgelöst, welches in der Regel durch Läuse übertragen wird.

Parasitosen sind insbesondere in den Tropen weit verbreitet. Dort entstehen die häufigsten Infektionskrankheiten durch Parasiten. Die geschätzte Zahl der mit Hakenwürmern infizierten Weltbevölkerung beläuft sich herbei auf eine Milliarde Menschen.

An Parasitosen erkranken die Menschen aber auch hierzulande: Die Häfte der deutschen Bevölkerung ist nach Schätzungen zufolge und auch oft ohne es zu wissen mit dem Protozoon Toxoplasma gondii infiziert. Nicht unbedingt durch einheimische Parasiten erkranken viele Bürger, sondern eher durch Begegnungen mit verschiedenen Parasiten auf Reisen.